Schädlinge im Garten

WENN KLEINE FADENWÜRMER VOR GROSSEN SCHÄDEN SCHÜTZEN

Biologisch gärtnern
txn. Sie fressen im Verborgenen und können große Schäden anrichten: Engerlinge von Gartenlaubkäfern fressen an den Wurzeln von Pflanzen, besonders gern an Rasenwurzeln. Die deutlich sichtbaren Symptome sind gelbe Flecken in der Grünfläche. An diesen Stellen lässt sich der abgestorbene Rasen wie ein Teppich hochheben; die Wurzeln sind abgefressen, und im Boden sind die knapp 1,5 cm langen Maden zu erkennen. Damit es dazu nicht kommt, empfiehlt es sich, die Schädlinge rechtzeitig zu bekämpfen. Das geht sogar ohne chemische Mittel, denn es gibt mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die gegen die Engerlinge der Gartenlaubkäfer vorgehen. Die sogenannten HM-Nematoden sind für Menschen und Haustiere ungefährlich. Sie eignen sich zur Bekämpfung der Engerlinge von Gartenlaubkäfern und Dickmaulrüsslern, Die Anwendung ist denkbar einfach: Im Gartenfachhandel gibt es Bestellsets, um die kleinen Fadenwürmer anzufordern. Die HM-Nematoden kommen dann per Post. Sie werden einfach ins Wasser eingerührt und dann gleichmäßig auf den mit Engerlingen befallenen Boden gegossen. Nach wenigen Tagen sind die gefräßigen Engerlinge des Gartenlaubkäfers verschwunden.

DICKMAULRÜSSLER BIOLOGISCH BEKÄMPFEN

txn. Wer in seinem Garten angefressene Blattränder und verkümmerte Pflanzen entdeckt, ohne dass ein Schädling in Sichtweite ist, hat wahrscheinlich unliebsamen Besuch von gefräßigen Dickmaulrüsslern. Die schwarzen Käfer sind nachtaktiv und machen sich vor allem an Efeu, Eibe, Kirschlorbeer und Rhododendron zu schaffen. Dort bedienen sie sich großzügig an den Blättern und hinterlassen ihre typischen buchtförmigen Fraßspuren. Aber die Käfer sind nicht das einzige Problem. „Noch schädlicher sind seine Nachkommen,“ weiß Sabine Klingelhöfer vom Gartenexperten Neudorff: „Die weißen Larven sind gut an ihrem braunen Kopf zu erkennen. Sie ernähren sich im Boden von den Wurzeln der Pflanzen und können diese so schädigen, dass sie absterben.“ Der Kampf gegen die Schädlinge ist glücklicherweise rein biologisch möglich, denn wo Dickmaulrüssler ihr Unwesen treiben, können HM-Nematoden wirksam helfen. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer werden einfach in Wasser eingerührt und auf den befallenen Boden gegossen. Dort dringen sie in die Larven des Dickmaulrüsslers ein und töten diese ab. Wenn keine Larven mehr im Boden vorhanden sind, verschwinden auch die Nematoden. Die kleinen Nützlinge sind auch bei uns auch heimisch und weder für Menschen noch für Haustiere schädlich. Sie können im Gartenfachhandel über sogenannte Bestellsets bezogen werden.

WENN DIE KLEINE ERNTE IN GROSSER GEFAHR IST

Blattläuse und Balkongemüse
txn. Wer keinen eigenen Garten hat, weicht gern auf den Balkon aus, um dort unter freiem Himmel Pflanzen wachsen zu lassen. Immer beliebter wird es, auf der kleinen Fläche eigenes Gemüse zu ziehen. Es gibt eine ganze Reihe von Gemüsesorten, mit denen das problemlos möglich ist. Besonders beliebt sind Buschtomaten, aber auch für Gurken, Paprika, Möhren, Salat, Mangold oder Spinat lassen sich leicht gute Bedingungen schaffen. Die Aufzucht auf dem Balkon schützt vor Schnecken und anderen Bodenschädlingen. Dafür plagen sich viele Balkongärtner mit Blattläusen, die sich explosionsartig vermehren. Die Gründe kennt Sabine Klingelhöfer vom Gartenexperten Neudorff: „Ungewöhnlich an Blattläusen ist, dass sie circa ein halbes Jahr lang nur weibliche Nachkommen haben. Sie vermehren sich, in dem sie ihre Jungen lebend gebären. Die Babyläuse sind vollkommene Kopien der Mutter – und bringen nach circa 14 Tagen wieder identischen Nachwuchs zu Welt. So werden in wenigen Wochen aus einer Blattlaus bis zu hundert Tiere.“ Es lohnt sich also, die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren. Die grün oder schwarz gefärbten Insekten sind wenige Millimeter groß und sitzen meist an den Triebspitzen. Dort stechen sich die Läuse einen Zugang zur Pflanze und saugen den zuckerhaltigen Pflanzensaft an. Zur Bekämpfung von Blattläusen eignet sich Kaliseife. Der Wirkstoff auf Basis natürlicher Fettsäuren kommt beispielsweise im Neudosan Obst- und GemüseSchädlingsfrei zum Einsatz. Kaliseife wirkt nicht nur gegen saugende Insekten an Kern-, Stein- und Beerenobst, sondern bekämpft auch Blattläuse, Weiße Fliegen und Spinnmilben im Garten, auf dem Balkon und an Zimmerpflanzen. Eine Wartezeit bis zur Ernte muss nicht eingehalten werden und das Mittel ist nicht bienengefährlich.
Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Ggf. Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung beachten.

EIN VIELFRASS BREITET SICH AUS

txn. Die Raupen des Buchsbaumzünslers sind so gut getarnt, dass ihr Befall oft erst spät bemerkt wird. Sie beginnen im Inneren der Sträucher damit, die Buchsblätter aufzufressen. Jede Raupe verspeist fast 50 Blätter – kein Wunder also, dass bei starkem Befall von der Pflanze nur noch ein Gerippe übrigbleibt. Da die Raupen auch die grünen Bestandteile der Rinde nicht verschmähen, gehen viele Buchsbäume am Ende ein. Gut erkennbar sind die hellen Gespinste, in denen vor allem die jungen Raupen leben. Bei starkem Befall sind auch die hellbraunen Kotkrümel sichtbar, die unter dem Buchsbaum liegen. Sabine Klingelhöfer vom Gartenexperten Neudorff: „Wichtig ist es, den Befall so früh wie möglich zu erkennen. Regelmäßige Sichtkontrollen sollten für Buchsbesitzer zum gärtnerischen Alltag gehören. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln wie speziellen Pheromonfallen lohnt sich. Wer die Raupen entdeckt, sollten sie sofort bekämpfen. Hierfür gibt es wirksame biologische Mittel, die andere Insekten und Nützlingen schonen.“

EIN KLEINER FALTER MACHT GROSSE PROBLEME

txn. Bis vor gut einem Jahrzehnt war der Buchsbaumzünsler hierzulande völlig unbekannt. Der aus Asien stammende kleine Falter wurde wahrscheinlich mit Pflanzen eingeschleppt und stellte schnell fest, dass es sich in Deutschland richtig gut leben lässt. Gartenbesitzer waren damals vollkommen ahnungslos – bis von den Buchspflanzen nur noch Gerippe übrigblieben und alle Blätter ein Opfer der rund fünf Zentimeter langen Raupen des Buchbaumzünslers geworden waren. Die grünen Schädlinge sind mit ihren dunklen Punkten sehr gut getarnt und beginnen mit dem großen Fressen tief im Inneren der Sträucher, weswegen sie schwer zu entdecken sind. Selbst wenn der Buchs von außen noch gut aussieht, kann das Unheil im Inneren seinen Lauf nehmen. Es ist deshalb wichtig, immer wieder nach den Tieren oder den auffälligeren weißen Gespinsten, in denen vor allem junge Raupen leben, zu suchen. Wer fündig wird sollte sofort gegen die Schädlinge vorgehen. Bewährt hat sich das biologische Xentari RaupenFrei von Neudorff, dass die gefräßigen Tiere zuverlässig und effektiv mit einem Bakterium bekämpft, das auch in der Natur vorkommt. Für Nützlinge, andere Tiere und Menschen ist es ungefährlich. Da es nur wirkt, wenn es gefressen wird, gilt es alle Pflanzenzteile zu benetzen. Dafür empfiehlt sich eine spezielle 270° Pflanzenschutz-Lanze, die an eine Gartenspritze angeschlossen wird und gleichzeitig nach oben und unten sprüht. So lassen sich auch tief im Buchsbaum alle Stellen gut erreichen. Die kleinen Falter werden höchstens zehn Tage alt, legen in dieser Zeit aber rund 150 Eier an Buchsbäumen ab. Die Raupen schlüpfen schnell und entwickeln sich wetterabhängig in wenigen Wochen zu neuen Faltern. Die letzten Raupen des Jahres überwintern dann in ihren Gespinsten direkt im Buchsbaum. In milden Jahren kann also schon ab März die erste Generation des Buchsbaumzünslers mit dem Kahlfraß beginnen. Es lohnt deshalb, seine Buchsbäume immer im Blick zu haben.

NATÜRLICH GEGEN SCHÄDLINGE

Pflanzenöl schützt Gemüse im Garten
txn. Knackiges Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt am besten – steht aber auch bei vielen Schädlingen auf dem Speiseplan. Wer die Schmarotzer möglichst schonend bekämpfen möchte, sollte auf Neemöl setzen. Das Mittel aus den Samen des asiatischen Neembaums wirkt gegen Blattläuse, Weiße Fliegen, Kartoffelkäfer, Raupen oder Thripse. Nützlinge wie Marienkäfer und Bienen sind nicht gefährdet. Sabine Klingelhöfer vom Gartenspezialisten Neudorff kennt die Hintergründe: „Der natürliche Wirkstoff stört die Entwicklung der Schädlinge, so dass sich keine weiteren Nachkommen entwickeln können. Ein weiteres Plus: der Wirkstoff dringt in die Blätter ein und breitet sich im Pflanzengewebe aus.“ Wenn die Schädlinge an den behandelten Pflanzen knabbern oder saugen, nehmen sie den Wirkstoff auf. Bereits nach einigen Tagen ist das Gemüse schädlingsfrei. Neem-Produkte werden schon seit 2.000 Jahren in Indien gegen Krankheiten wie Bluthochdruck und Leopra eingesetzt. Spruzit Neem GemüseSchädlingsfrei eignet sich auch für Kräuter und Zierpflanzen, ist nicht bienengefährlich und sogar im ökologischen Landbau zugelassen.

DEN GARTEN VOR SCHNECKEN SCHÜTZEN

txn. Etwas Sonne, etwas Feuchtigkeit und schon sind sie da: Nacktschnecken vermehren sich sehr schnell, hinterlassen ihre unappetitlichen Kriechspuren und fallen im Garten über Zierpflanzen, Gemüse und Obst her. Sobald sie sich zeigen, sollte mit der Bekämpfung begonnen werden: „Töpfe, Kästen oder Hochbeete können mit Kupferband beklebt werden, das ist für Schnecken eine störende Barriere“, rät Sabine Klingelhöfer von Neudorff, dem Spezialisten für naturgemäßes Gärtnern. Einmal angebracht, wirkt es für Monate. Und Beete lassen sich mit Schneckenkörnern schützen. Bewährt hat sich Ferramol Schneckenkorn, das Eisen-III-Phosphat enthält – ein Wirkstoff, der auch in der Natur vorkommt und Regenwürmer, Bienen, andere Nützlinge und Haustiere schont. Schneckenkorn und Kupferband sind im Gartenfachhandel und in gut sortierten Baumärkten erhältlich.