Ein schöner Rasen

Der Winter hat sich verabschiedet und in zahlreichen Gärten unübersehbare Spuren hinterlassen. Auch dem Rasen haben die frostigen und sonnenarmen Tage nicht gutgetan. Daher kommt es jetzt auf die richtige Pflege an, damit er sich schnell wieder in eine kräftige und sattgrüne Fläche verwandelt. Zunächst werden die letzten Überbleibsel des Winters, wie herabgefallenes Laub und Äste, eingesammelt. Danach erhält der Rasen frische Nahrung in Form eines speziellen, stickstoffbetonten Düngers. Ein bis zwei Wochen später kommt erstmals wieder der Rasenmäher zum Einsatz. „Lieber nicht zu kurz, dafür aber häufiger mähen“.

Bei ausgedehnten Moos- und Filzflächen im Rasen wird es höchste Zeit für eine gründliche Pflege.

Rasen in Zeiten des Klimawandels

Rasen in Zeiten des Klimawandels

Viele Hobbygärtner haben ein Sorgenkind im Garten und das ist nicht selten der Rasen. Er macht ordentlich Arbeit, muss ständig gemäht und gewässert werden, auch vertikutiert und gedüngt natürlich und doch sieht er meist nicht so tiptop aus wie der berühmte englische Zierrasen. Besonders bitter: In den letzten heißen Sommern ist er auch noch wochenlang verbrannt und braun gewesen und ökologisch gesehen sowieso nicht gerade das Gelbe vom Ei. Grund genug für unseren Gartenexperten Rüdiger Ramme sich mal nach dem Rasen der Zukunft umzuschauen. Einem, der auch großer Hitze trotzt oder auch Insekten was zu bieten hat. Auf einem Rasenmischungs-Testfeld eines großen Saatgut-Händlers in Sassenberg im Münsterland ist er fündig geworden.

Rasen ist nicht gleich Rasen:

Es ist des Hobbygärtners liebste Auslegeware: der Rasen. Die grüne Fläche wirkt einladend und gibt Gärten eine Struktur. Man kann drauf grillen, liegen oder auch mit den Kindern Fußball spielen. Aber: In Zeiten des Klimawandels stellt sich die Frage, woraus besteht der Rasen eigentlich und wie perfekt muss er tatsächlich aussehen.

Was viele Hobbygärtner gar nicht wissen. Rasen ist längst nicht gleich Rasen und eine Wissenschaft für sich. Das Angebot ist groß, die Regale in Baumärkten und Garten-Centern lang. Es gibt Spiel- und Sportrasen, Hausrasen, Golfrasen, Schattenrasen, Zierrasen, Nachsaatrasen und einige andere Varianten mehr. Allen gemein ist, dass sie durchaus pflegeintensiv sind: Rasen hat einen sehr hohen Wasserbedarf, muss regelmäßig gemäht, vertikutiert, gesandet, gekalkt und gedüngt werden und bietet nicht gerade viel für die Artenvielfalt, sprich für die Insekten.

Besonders hitzebeständig: Rohr-Schwingelgras

Gerade in Zeiten des Klimawandels ist die Nachfrage nach einem pflegeleichteren, hitzebeständigeren und auch ökologisch wertvollen Rasen aber groß. Deshalb lohnt sich ein Blick auf das Saatgut. Denn: Rasen, egal welcher Art, ist immer eine Mischung verschiedener Gräser. Darunter sind auch solche, die mit Trockenheit gut zurecht kommen. Besonders eins steht dabei seit einigen Jahren im Fokus der Züchter. Es ist das Rohr-Schwingel-Gras – botanisch Festuca arundinacea- , das bis vor kurzem nur in Südeuropa eingesetzt wurde.

Es zeichnet sich durch besonders breite, dunkle Halme aus und ist leicht pieksig, wenn man drüber läuft. Dieses Gras kommt deshalb mit Trockenheit und Hitze besser klar, weil es deutlich tiefer wurzelt als andere Gräser. Während diese nur 15-20 cm tiefe Wurzeln ausbilden, wurzelt der Rohr-Schwingel bis zu 80 cm tief und kann sich dort Wasser holen.

Für trockene, sonnige Flächen empfiehlt sich also eine hitzebeständige Mischung mit hohem Anteil an Rohr-Schwingel. Auf dem Etikett steht in der Regel der lateinische Name Festuca arundinacea. Auch das Rot-Schwingel-Gras (Festuca rubra) gilt als besonders ausdauerndes Gras mit geringen Ansprüchen an Boden und Klima.

Die beste Aussaatzeit sind das Frühjahr oder der frühe Herbst (September). Ganz wichtig: Nach der Aussaat muss ein halbes Jahr lang immer wieder durchdringend gewässert, regelmäßig gemäht und gedüngt werden.

Grundsätzliches: Rasenmischungen mit Gütesiegel

Hochwertige Rasen-Mischungen zeichnen sich durch ein RSM-Gütesiegel aus. RSM steht für Regel-Saatgut-Mischung und die ist immer jeweils für einen Standort und Verwendungszweck genau untersucht worden. Mischungen mit dieser Kennzeichnung sind nach den Vorgaben der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. für einen speziellen Verwendungszweck hergestellt worden sind. Für Regel-Saatgut-Mischungen dürfen nur ausgewählte Rasengräser verwendet werden.

Insektenfreundliche Alternativen/Extensivrasen:

Aber muss es wirklich immer und überall ein grüner, kurz geschorener Rasen-Teppich sein? Viele Flächen werden oft gar nicht intensiv genutzt und können doch ökologisch aufgewertet werden, ohne auf Rasen zu verzichten. Neu im Test sind derzeit Mischungen von Gräsern mit Stauden wie Kamille, Schafgabe oder Klee, die früher zwischen den Halmen eher unerwünscht waren. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Gebrauchsrasen/Kräuterrasen, den man im Unterschied zu einer Blumenwiese dadurch steuert, wie häufig man ihn mäht. Heißt, je seltener gemäht wird, umso mehr Blumen blühen zwischen den Gräsern. Je häufiger, umso dichter ist die grüne Fläche. Eine insektenfreundliche Variante, die trotzdem trittfest und Liegestuhltauglich ist.

Wie sich dieser Kräuterrasen auf Dauer entwickelt, hängt vom Standort bzw. dem Boden ab. Auf schweren Böden mit vielen Nährstoffen profitieren eher die Gräser und Kräuter, die das mögen. Auf trockenen, sandigen Standorten werden eher Festuca-Arten bei den Gräsern überleben und Kräuter mit wenig Nährstoffbedarf.

Rasenpflege

  • Januar
    Rasen sollte bei Frost nicht betreten werden. Die Halme können an den Trittstellen brechen und absterben. Eine Nachsaat wird eventuell erforderlich.
  • Februar
    Schnee von freigeräumten Wegen sollte nicht auf dem Rasen gelagert werden. Der Schnee verdichtet durch das Aufhäufen sehr stark und benötigt sehr lange zum tauen. Die Gräser bekommen nicht genügend Sauerstoff und leiden an Lichtmangel . In der Folge werden die Gräser gelb und sterben ab.
  • März
    Sobald die Vegetation beginnt, kann die erste Düngung ausgebracht werden, denn der Rasen kommt „hungrig“ aus dem Winter. Ist eine Nachsaat oder sogar eine Neueinsaat geplant, setzt man auf jeden Fall einen phosphorbetonten Starterdünger ein. Erst das Saatgut, danach den Starterdünger ausbringen. Phophor fördert eine rasche und tiefreichende kräftige Bewurzelung und damit eine schnelle Entwicklung der jungen Pflanzen. Um das Mooswachstum in einer Rasenfläche zu unterdrücken, haben sich Rasendünger mit erhöhtem Eisenanteil bewährt. Bei Wachstumsbeginn im Frühjahr kann deshalb bei stärker bemoosten Flächen Rasendünger mit Eisen eingesetzt werden. Nach erfolgter Düngung kann der Rasen das erste Mal gemäht werden. Bei dem ersten Schnitt im Frühjahr sollte der Rasen nicht gemulcht werden. (Schnittgut verbleibt auf der Rasenfläche).
  • April
    Nach dem 2. – 3. Schnitt kann vertikutiert werden. Im Folgejahr der Neuanlage ist Vertikutieren noch nicht notwendig, da im Regelfall noch kein Rasenfilz vorhanden ist.  Auf lückigen, nicht homogenen Rasenflächen etablieren sich jetzt Rasenunkräuter, wie Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen und dergleichen. Ist Klee vorhanden, sollte auf das Vertikutieren verzichtet werden, da die herausgearbeiteten Kleeausläufer wieder festwurzeln und so neue Pflanzen bilden.
  • Mai
    Nachsaaten und Neuanlagen mit einem hochwertigen Rasensamen können jetzt durchgeführt werden. Die Bodentemperaturen sollten durchgehend bei 10 – 12°C liegen, auch nachts. Bei etwaigem Bodenfrost keimt das Saatgut nicht oder geht nur sehr ungleich auf. Auch mit der Unkrautbekämpfung kann jetzt begonnen werden. Hartnäckige Unkräuter wie Klee, Giersch usw. lassen sich nur mit flüssigen Produkten entfernen. Fügen Sie der Gieß – oder Sprühlösung ein – zwei Tropfen handelsübliches Spülmittel bei. Spülmittel senkt die Oberflächenspannung des Wassers, so kann die Lösung besser auf den Blättern haften bleiben. Andere Unkräuter, wie Löwenzahn und Gänseblümchen können mit einem Kombinationsprodukt, wie Unkrautvernichter und Rasendünger behandelt werden. Bei der Ausbringung von Unkrautvernichtungsmitteln sollten die Temperaturen nicht zu hoch sein. Damit das Granulat auf den Blättern haften bleibt, sollte das Produkt auf taufeuchten oder vorher leicht befeuchteten Gräsern ausgebracht werden. Wichtig ist es, dass es 24 Stunden nach der Ausbringung nicht regnet, damit die Wirkstoffe in die Pflanze gelangen.
  • Juni
    Je nach Wirkdauer des im April ausgebrachten Düngers kann jetzt die nächste Erhaltungsdüngung ausgebracht werden. Eventuell können Sie jetzt auf kaliumbetonte Dünger zurückgreifen. Kalium schützt die Gräser vor Austrocknung und kann einem Krankheitsbefall vorbeugen. Sofern die Temperaturen noch nicht zu hoch sind oder es sehr trocken ist, können Neuanlagen noch durchgeführt werden.
  • Juli
    Je nach Temperaturentwicklung und Witterungsbedingungen müssen Rasenflächen beregnet werden. Um zu verhindern, dass sich pilzliche Erreger ausbreiten, sollte der Rasen in den frühen Morgenstunden bewässert werden. So kann der Gräserbestand über Tag abtrocknen.In der Regel reicht 3 – maliges Beregnen in der Woche aus. Im Gegensatz zu Neuanlagen kann hier tiefgründig, bis zu einer halben Stunde, beregnet werden. Je tiefer das Wasser in den Boden eindringt, um so tiefreichender entwickelt sich das Wurzelwachstum der Gräser. Unkräuter können jetzt nicht bekämpft werden, da es in der Regel zu warm ist. Auch Neuanlagen sollten auf Grund der hohen Temperaturen verschoben werden. In Gegenden mit bekanntem Hirsebefall sollte nicht bei warmer Witterung eingesät werden. Bei Bodentemperaturen über 20 °C keimt die Hirse verstärkt.
  • August
    Vertikutieren Sie den Rasen nur noch bei einem hohen Filzbesatz. Die Gräser neigen sich dem Vegetationsende entgegen und können sich schlechter regenerieren. Den Boden dabei nicht zu stark anritzen. Durch Erhöhung der Verdunstungsoberfläche erhöht sich die Austrocknungsgefahr.
  • September
    Jetzt können noch Neuanlagen durchgeführt werden. Der Boden hat die Temperaturen des Sommers noch gespeichert, so dass die Gräser optimal keimen können.
  • Oktober
    Der Rasen wird jetzt winterfertig gemacht. Verändern Sie die Schnitthöhe nicht. Der Rasen wird bei dem letzten Schnitt auf der gleichen Höheneinstellung gemäht. Bei zu hohem Aufwuchs kippen die Gräser um und faulen, bei zu tiefem Schnitt kann der Boden stärker durchfrieren und die Wurzeln werden geschädigt. Jetzt kann auch der Herbstdünger, z.B. Basic NK, ausgebracht werden. Kalium stärkt die Gräser vor Frost und Krankheiten.
  • November
    Wichtig ist es jetzt, dass evtl. vorhandenes Laub von der Rasenfläche entfernt wird. Unter Blättern bildet sich ein Kleinklima, in dem sich pilzliche Erreger besonders leicht etablieren können. Der Rasen sollte gemäht werden, bis kein Wachstum mehr festzustellen ist.
  • Dezember
    Die Gräser befinden sich jetzt in der Winterruhe. Es sind keine Pflegeschritte notwendig. Die Fläche bei Frost und Schnee möglichst nicht betreten.

So viel Wellness braucht der Rasen

Tipps für einen saftig-grünen natürlichen Teppich im Garten

(djd). Ein saftig-grüner, gesunder und widerstandsfähiger Rasen: Das ist die Kür für jeden Gartenbesitzer. Doch die Realität sieht vielerorts anders aus: Kahle Stellen, Unmengen an Moos, Filz und Unkraut oder braune Bereiche im Rasen sorgen für Verdruss. Für ein sattes Grün kommt es gerade zum Start in die warme Saison auf die richtigen Pflegemaßnahmen an. Das Vertikutieren, ob per Hand oder mit einer Maschine, beseitigt unerwünschten Wildwuchs und sorgt dafür, dass der Rasen wieder frei aufatmen kann. Wichtig ist dabei das richtige Timing. Die letzten Frostnächte sollten endgültig passé sein, zudem ist es sinnvoll, dem Rasen zunächst etwas Zeit für neues Wachstum zu geben. Zu feuchte Bodenverhältnisse sind ebenfalls nicht gut.

Vertikutieren – aber richtig

Grundsätzlich zu empfehlen ist das Vertikutieren im Frühjahr oder im Herbst. Dazu zunächst den Rasen auf drei Zentimeter kürzen und die gesamte Fläche mit dem Vertikutierer im Schachbrettmuster bearbeiten. Anschließend den gelösten Rasenfilz abharken und für neues Wachstum eine gute Rasenerde ausbringen. Das Kombiprodukt Floragard 4-in-1 Rasen-Fit zum Beispiel enthält alles, was die Gräser brauchen: Rasensand lüftet den Boden und verbessert die Wasserdurchlässigkeit, Bodenunebenheiten werden ausgeglichen. Humus unterstützt die Wasserhaltefähigkeit in der oberen Bodenschicht und sorgt für eine optimale Speicherung der Nährstoffe. Zudem enthält die Spezialerde alle Haupt- und Spurennährstoffe, sie sind voll wasserlöslich und sofort für den Rasen verfügbar. Natürliche Bodenorganismen beleben zusätzlich die Erde, erhöhen die Nährstoffverfügbarkeit und stärken die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen äußere Einflüsse.

Regelmäßige Pflege muss sein

Wenn der Gartenbesitzer die Erde gleichmäßig verteilt hat, geht es ans Schließen der Lücken im grünen Teppich. Dazu neues Saatgut ausbringen und einharken. Wichtig ist es, die Saat bis zum Keimen ständig feucht zu halten. Besonders schwere Böden lassen sich zusätzlich durch Rasensand lüften. Somit kommt mehr Sauerstoff an die Wurzeln und die Pflanzen können sich besser entwickeln. Unter www.floragard.de etwa gibt es weitere Tipps rund um einen gesunden Rasen. Zur laufenden Pflege gehört es unter anderem, während der Vegetationsperiode alle sieben bis zehn Tage zu mähen, regelmäßig zu düngen und bei Bedarf zu kalken. Wässern man kann am besten abends, wenn die Sonne nicht mehr so kräftig scheint. Außerdem hindert Laub auf der Rasenfläche die Pflanzen am Atmen und sollte daher möglichst rasch entfernt werden.